Boost your long jog (oder: lauf länger!)

Falls sich die Vorfreude auf den nächsten langen Lauf in Grenzen hält, helfen vielleicht diese Tipps aus einem Selbstversuch… :-D

Je häufiger man läuft, desto bekannter die Laufstrecken der Umgebung. Und je länger ein Lauf, umso langweiliger kann es sein, wenn man wieder die übliche Runde dreht.

Wenn ich stundenlang auf bestens bekannten Strecken unterwegs bin, konzentriere ich mich auf ein spannendes Hörbuch. Und falls sich mal ein Begleiter findet, helfen Gespräche über die lange Zeit hinweg. – Mit einer (für mich) neuen Methode habe ich jetzt die Lust auf lange Läufe quasi neu entdeckt:

Start-Ziel-Strecke statt Rundkurs laufen

Anstatt vor der Haustür zu starten und dort auch wieder anzukommen, plane ich einen langen Lauf von A nach B, wobei B die Haustür ist. Dadurch verdoppelt sich der Aktionsradius!

Es ist also möglich, unzählige neue Strecken kennenzulernen: Terrain, das noch nie zuvor erlaufen wurde! (Hörst Du in Gedanken gerade auch die Star-Trek Melodie?)

A-B-Strecke (32km)
A-B-Strecke (32km)

Es ist ganz einfach: setz Dich in einen Bus, eine Bahn oder auf den Beifahrersitz im Auto eines Freundes und lass Dich in eine beliebige Richtung fahren. Und dann lauf zurück nach Hause! Also B :-D

Abkürzen unmöglich

Bei einem Start-Ziel-Lauf muss die Strecke „durchgelaufen werden“. Abkürzungen sind nicht möglich – ganz im Gegensatz zum Rundkurs. Wenn Du also kein Geld fürs Taxi einsteckst, musst Du es laufend bis B schaffen, wo Dusche und die Couch als Belohnung auf Dich warten. Darüber hinaus werden Dir alle Taxifahrer dankbar sein, dass Du nicht total verschwitzt und dampfend eingestiegen bist.

Gaaanz wichtig: lass Dich nicht 35 Kilometer bis A fahren, wenn Du 34 Kilometer bis B laufen willst! – Okay, den Satz hätte ich mir vielleicht sparen können. Aber komplett überflüssig ist der Hinweis nun auch wieder nicht…

Entdecker- oder Hightech-Lauf

Neue Strecken erlaufen ist spannend – und kann auf zwei Arten geschehen.

Entweder rennst Du einfach los und erkundest dabei unbekannte Straßen, Wege und Pfade. Natürlich ist dabei der Orientierungssinn wichtig. Aber auch wenn der sehr gut ausgeprägt ist, musst Du mit Umwegen rechnen: Sackgassen, fehlende Abzweigungen oder unwegsames Gelände können die Route um mehrere Kilometer verlängern! Und darum war mein obiger Hinweis doch nicht nur Spaß ;-)

Strecke im Forerunner
Strecke mit Forerunner nachlaufen

Die zweite Möglichkeit: die Strecke wird am Computer geplant und mit Hilfe einer GPS-Laufuhr absolviert. Das funktioniert auch für Orientierungs-Legastheniker und ist somit meine Methode. Ein weiterer Vorteil: die beschriebenen Umwege entfallen und die Route kann auf den Kilometer genau geplant werden.

Höre ich gerade jemand rufen, das sei langweilig? Stimmt nicht! Auch ein so geplanter Lauf ist ein Abenteuer, weil man unbekanntes Terrain erkundet – und außerdem ist man ständig damit beschäftigt, dem richtigen Weg zu folgen und sich nicht hoffnungslos zu verirren (was für mich den sicheren Tod bedeuten würde!).

Die Planung am Computer sollte natürlich Spaß machen. Ich empfehle das Portal GPSies, wo man sich beliebige Strecken zusammenklickt. Hier ist eine Anleitung zur Planung und zum Nachlaufen einer Route.

Man kann die geplanten Routen sogar erst einmal abfliegen! Hier als Beispiel mein letzter 32-Kilometer-Lauf. Sieht übrigens etwas besser aus, wenn man auf „HD“ klickt. Und hier ist ein Video von unterwegs!

Ich hoffe, ich habe Dir Lust auf den nächsten langen Lauf gemacht? Dann los! :-D






Teile diesen Beitrag: #sharingiscaring – Dankeschön! ❤️

18 comments

  • Coole Idee, das nehm ich mir auch mal vor. Davor sollte ich aber meine Laufdistanzen noch etwas erweitern, einen 6-7km Radius hat man ja trotzdem relativ schnell erkundet. ;-)
    Aber da sollte es doch im Münchner Umland so einige schöne Strecken geben. :)

    • Ich denke, auch auf den kurzen Distanzen ergeben sich durch „A-B-Läufe“ eine Fülle von Möglichkeiten, bevor es langweilig wird. Wünsche Dir viel Spaß beim Planen – und natürlich beim Laufen!

  • Danke für die Anregung! Solch ein Lauf steht eigentlich schon länger auf meinem Plan. Wir haben Ähnliches auch schon gemacht (meist von Zuhause los und mit der Bahn zurück), aber erst weg und dann zurück hört sich spannender an (wird man es schaffen, oder sich verirren und elendiglich im Großraum Berlin verdursten ;-)

    • Berichte gern mal, wenn Du die Anregung in die Tat umgesetzt hast, Andreas: würde mich interessieren, ob’s Dir genau so gut gefällt, wie mir… ;)

  • Hey Eddy das nennt man Blogspionage! ;-)
    Ich habe selbst geplant einen solchen Blogbeitrag zu schreiben, was sich nun erübrigt hat. Nur habe ich bessere Erfahrung mit dem abholen von A äh B ähhhh also von zuhause starten und dann im Ziel abholen lassen. Denn ab KM 30 wirds hart und dann befindet man sich ja schon in bekannten und langweiligen Terrain. Gerade hier wäre ist aber die Ablenkung von unbekannten Terrain von Vorteil…

    Übrigens habe ich mich schon oft verlaufen mit meinen GPSies.com geplanten Läufen, da ich fast immer mit meinem Hund unterwegs bin und so einsame Wege und Trampelpfade bevorzuge. Leider ist oft ein eingezeichneter Weg nicht mehr vorhanden, also zu gewildert… Dann wird es richtig abenteuerlich. (hörst du die Melodie von Indiana Jones???)

    Sport frei!
    Thomas

    • Das Umkehren des Laufs von A nach B in B nach A hat bestimmt den von Dir beschriebenen Vorteil. Aber gibt es beim anschließenden „Transfer“ zurück nach B keine (Geruchs-) Probleme?

      An dieser Stelle noch meinen herzlichen Glückwunsch zum Familien-Zuwachs, Thomas! :D

  • „Orientierungs-Legastheniker“ ein herrliches Wort, das kannte ich noch nicht :-) ich mach das auch öfter mal. Allerdings ist B entweder eine Eisdiele oder eine Dorfbrauerei, wo mein Freund mit dem Auto und trockenen Klamotten wartet. So ist der auch beschäftigt :-D Und die abgelaufenen Kalorien werden sofort wieder draufgefuttert – wer will schon laufen und dabei abnehmen – in Schmiedefeld wartet schließlich auch das Bierzelt!!

    • Diese Variante eines Start-Ziel-Laufs klingt ja sehr interessant: Da ke für den Tipp, Kerstin! :D Vielleicht sehen wir uns im Bierzelt – dann stoßen wir mal an! Viel Erfolg wünsche ich Dir auf jeden Fall schon mal!

  • Das ist eine wunderbare Idee, Eddy! Würde ich sicher praktizieren, wenn ich nicht in einem wahren Laufparadies wohnen würde. In einer Kleinstadt, umgeben von viel Grün, Bergen, Seen und Wäldern und vor der Haustüre so ca. 50 Laufstrecken! Natürlich gibt es bei Start und Ende wenig Gestaltungsmöglichkeiten, aber es reicht!

    • Okay Reinhard, Du bist raus! Wer in einer so schönen Umgebung laufen kann – und das schon ab der Haustür – muss sich den Kopf darüber zerbrechen, wie ein langer Lauf abwechslungsreich gestaltet werden kann. Stark! :-D

  • Gute Idee, Eddy.

    Wobei Du Dir mit Berne ja auch einen Startort ausgesucht hast, der nun wirklich zum Weglaufen ist :mrgreen:

    Ich bin schon diverse Male hingelaufen, weil Schwiegermuttern dort wohnt.

    LG aus OL nach HB
    Volker

    • Och, ich finde Berne gar nicht so schlimm. Muss aber zugeben, dass ich in der Tat nicht viel davon gesehen habe. Vielleicht gibt es hier ja einen Leser aus Berne, der für seine Heimat werben will?

      Hallo?

      Irgend jemand?

      Na gut, aber ich hab’s versucht! ;)

  • ich verbinde solche langen Läufe meist mit einem Familenausflug. Die Familie fährt mit dem Auto/Zug und ich laufe bereits früher los und treffen dann und dann am Ziel resp. zu Hause.
    Bei gewissen Aktivitäten, z.B. bei einem Zoobesuch mit 30 km in den Beinen, bevorzuge ich dann allerdings diejenigen Käfige, welche bequeme Sitzgelegenheiten anbieten.

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Da wo ich laufe, ist auch meine GoPro mit am Start: Ich versuche, die unvergleichlich tolle Stimmung beim Laufen einzufangen. Die Videos gibt es hier und bei Youtube.