Falls sich die Vorfreude auf den nĂ€chsten langen Lauf in Grenzen hĂ€lt, helfen vielleicht diese Tipps aus einem Selbstversuch… đ
Je hĂ€ufiger man lĂ€uft, desto bekannter die Laufstrecken der Umgebung. Und je lĂ€nger ein Lauf, umso langweiliger kann es sein, wenn man wieder die ĂŒbliche Runde dreht.
Wenn ich stundenlang auf bestens bekannten Strecken unterwegs bin, konzentriere ich mich auf ein spannendes Hörbuch. Und falls sich mal ein Begleiter findet, helfen GesprĂ€che ĂŒber die lange Zeit hinweg. – Mit einer (fĂŒr mich) neuen Methode habe ich jetzt die Lust auf lange LĂ€ufe quasi neu entdeckt:
Start-Ziel-Strecke statt Rundkurs laufen
Anstatt vor der HaustĂŒr zu starten und dort auch wieder anzukommen, plane ich einen langen Lauf von A nach B, wobei B die HaustĂŒr ist. Dadurch verdoppelt sich der Aktionsradius!
Es ist also möglich, unzÀhlige neue Strecken kennenzulernen: Terrain, das noch nie zuvor erlaufen wurde! (Hörst Du in Gedanken gerade auch die Star-Trek Melodie?)

Es ist ganz einfach: setz Dich in einen Bus, eine Bahn oder auf den Beifahrersitz im Auto eines Freundes und lass Dich in eine beliebige Richtung fahren. Und dann lauf zurĂŒck nach Hause! Also B đ
AbkĂŒrzen unmöglich
Bei einem Start-Ziel-Lauf muss die Strecke “durchgelaufen werden”. AbkĂŒrzungen sind nicht möglich – ganz im Gegensatz zum Rundkurs. Wenn Du also kein Geld fĂŒrs Taxi einsteckst, musst Du es laufend bis B schaffen, wo Dusche und die Couch als Belohnung auf Dich warten. DarĂŒber hinaus werden Dir alle Taxifahrer dankbar sein, dass Du nicht total verschwitzt und dampfend eingestiegen bist.
Gaaanz wichtig: lass Dich nicht 35 Kilometer bis A fahren, wenn Du 34 Kilometer bis B laufen willst! – Okay, den Satz hĂ€tte ich mir vielleicht sparen können. Aber komplett ĂŒberflĂŒssig ist der Hinweis nun auch wieder nicht…
Entdecker- oder Hightech-Lauf
Neue Strecken erlaufen ist spannend – und kann auf zwei Arten geschehen.
Entweder rennst Du einfach los und erkundest dabei unbekannte StraĂen, Wege und Pfade. NatĂŒrlich ist dabei der Orientierungssinn wichtig. Aber auch wenn der sehr gut ausgeprĂ€gt ist, musst Du mit Umwegen rechnen: Sackgassen, fehlende Abzweigungen oder unwegsames GelĂ€nde können die Route um mehrere Kilometer verlĂ€ngern! Und darum war mein obiger Hinweis doch nicht nur SpaĂ đ

Die zweite Möglichkeit: die Strecke wird am Computer geplant und mit Hilfe einer GPS-Laufuhr absolviert. Das funktioniert auch fĂŒr Orientierungs-Legastheniker und ist somit meine Methode. Ein weiterer Vorteil: die beschriebenen Umwege entfallen und die Route kann auf den Kilometer genau geplant werden.
Höre ich gerade jemand rufen, das sei langweilig? Stimmt nicht! Auch ein so geplanter Lauf ist ein Abenteuer, weil man unbekanntes Terrain erkundet – und auĂerdem ist man stĂ€ndig damit beschĂ€ftigt, dem richtigen Weg zu folgen und sich nicht hoffnungslos zu verirren (was fĂŒr mich den sicheren Tod bedeuten wĂŒrde!).
Die Planung am Computer sollte natĂŒrlich SpaĂ machen. Ich empfehle das Portal GPSies, wo man sich beliebige Strecken zusammenklickt. Hier ist eine Anleitung zur Planung und zum Nachlaufen einer Route.
Man kann die geplanten Routen sogar erst einmal abfliegen! Hier als Beispiel mein letzter 32-Kilometer-Lauf. Sieht ĂŒbrigens etwas besser aus, wenn man auf “HD” klickt. Und hier ist ein Video von unterwegs!
Ich hoffe, ich habe Dir Lust auf den nĂ€chsten langen Lauf gemacht? Dann los! đ





Coole Idee, das nehm ich mir auch mal vor. Davor sollte ich aber meine Laufdistanzen noch etwas erweitern, einen 6-7km Radius hat man ja trotzdem relativ schnell erkundet. đ
Aber da sollte es doch im MĂŒnchner Umland so einige schöne Strecken geben. đ
Ich denke, auch auf den kurzen Distanzen ergeben sich durch “A-B-LĂ€ufe” eine FĂŒlle von Möglichkeiten, bevor es langweilig wird. WĂŒnsche Dir viel SpaĂ beim Planen – und natĂŒrlich beim Laufen!
Danke fĂŒr die Anregung! Solch ein Lauf steht eigentlich schon lĂ€nger auf meinem Plan. Wir haben Ăhnliches auch schon gemacht (meist von Zuhause los und mit der Bahn zurĂŒck), aber erst weg und dann zurĂŒck hört sich spannender an (wird man es schaffen, oder sich verirren und elendiglich im GroĂraum Berlin verdursten đ
Berichte gern mal, wenn Du die Anregung in die Tat umgesetzt hast, Andreas: wĂŒrde mich interessieren, ob’s Dir genau so gut gefĂ€llt, wie mir… đ
Hey Eddy das nennt man Blogspionage! đ
Ich habe selbst geplant einen solchen Blogbeitrag zu schreiben, was sich nun erĂŒbrigt hat. Nur habe ich bessere Erfahrung mit dem abholen von A Ă€h B Ă€hhhh also von zuhause starten und dann im Ziel abholen lassen. Denn ab KM 30 wirds hart und dann befindet man sich ja schon in bekannten und langweiligen Terrain. Gerade hier wĂ€re ist aber die Ablenkung von unbekannten Terrain von Vorteil…
Ăbrigens habe ich mich schon oft verlaufen mit meinen GPSies.com geplanten LĂ€ufen, da ich fast immer mit meinem Hund unterwegs bin und so einsame Wege und Trampelpfade bevorzuge. Leider ist oft ein eingezeichneter Weg nicht mehr vorhanden, also zu gewildert… Dann wird es richtig abenteuerlich. (hörst du die Melodie von Indiana Jones???)
Sport frei!
Thomas
Das Umkehren des Laufs von A nach B in B nach A hat bestimmt den von Dir beschriebenen Vorteil. Aber gibt es beim anschlieĂenden “Transfer” zurĂŒck nach B keine (Geruchs-) Probleme?
An dieser Stelle noch meinen herzlichen GlĂŒckwunsch zum Familien-Zuwachs, Thomas! đ
“Orientierungs-Legastheniker” ein herrliches Wort, das kannte ich noch nicht đ ich mach das auch öfter mal. Allerdings ist B entweder eine Eisdiele oder eine Dorfbrauerei, wo mein Freund mit dem Auto und trockenen Klamotten wartet. So ist der auch beschĂ€ftigt đ Und die abgelaufenen Kalorien werden sofort wieder draufgefuttert – wer will schon laufen und dabei abnehmen – in Schmiedefeld wartet schlieĂlich auch das Bierzelt!!
Diese Variante eines Start-Ziel-Laufs klingt ja sehr interessant: Da ke fĂŒr den Tipp, Kerstin! đ Vielleicht sehen wir uns im Bierzelt – dann stoĂen wir mal an! Viel Erfolg wĂŒnsche ich Dir auf jeden Fall schon mal!
Das ist eine wunderbare Idee, Eddy! WĂŒrde ich sicher praktizieren, wenn ich nicht in einem wahren Laufparadies wohnen wĂŒrde. In einer Kleinstadt, umgeben von viel GrĂŒn, Bergen, Seen und WĂ€ldern und vor der HaustĂŒre so ca. 50 Laufstrecken! NatĂŒrlich gibt es bei Start und Ende wenig Gestaltungsmöglichkeiten, aber es reicht!
Okay Reinhard, Du bist raus! Wer in einer so schönen Umgebung laufen kann – und das schon ab der HaustĂŒr – muss sich den Kopf darĂŒber zerbrechen, wie ein langer Lauf abwechslungsreich gestaltet werden kann. Stark! đ
Gute Idee, Eddy.
Wobei Du Dir mit Berne ja auch einen Startort ausgesucht hast, der nun wirklich zum Weglaufen ist
Ich bin schon diverse Male hingelaufen, weil Schwiegermuttern dort wohnt.
LG aus OL nach HB
Volker
Och, ich finde Berne gar nicht so schlimm. Muss aber zugeben, dass ich in der Tat nicht viel davon gesehen habe. Vielleicht gibt es hier ja einen Leser aus Berne, der fĂŒr seine Heimat werben will?
Hallo?
Irgend jemand?
Na gut, aber ich hab’s versucht! đ
ich verbinde solche langen LĂ€ufe meist mit einem Familenausflug. Die Familie fĂ€hrt mit dem Auto/Zug und ich laufe bereits frĂŒher los und treffen dann und dann am Ziel resp. zu Hause.
Bei gewissen AktivitÀten, z.B. bei einem Zoobesuch mit 30 km in den Beinen, bevorzuge ich dann allerdings diejenigen KÀfige, welche bequeme Sitzgelegenheiten anbieten.
Wenn Du nach dem langen Lauf im Zoo ankommst (statt zu Hause), dann solltest Du Dich vor KĂ€fige setzen, wo die Tiere einen strengeren Geruch verbreiten, als Du, lieber Martin! đ
Ich hoffe, Du kannst meinen Humor vertragen?! *schlotter*
Wenn der brĂŒnftige Tiger anfĂ€ngt zu winseln, dann wars zu viel đ
GlĂŒcklicherweise hat mich nioch nie ein Tier so blamiert!!
Die Idee ist prima, und bringt einen ja auch zu neuen Leistungen. Weil Abbruch ist ja nicht möglich.
Rrröschtösch, Dennis! Und wie beschrieben: ins Taxi einsteigen gilt nicht! đ