Einfach nur laufen, sonst nix

Am Wochenende steht immer eine lange Laufeinheit auf meiner Agenda. Dabei bin ich so um die zwei Stunden unterwegs – bei schönem Wetter auch gerne lĂ€nger… 😊

Ich habe mir angewöhnt, bei diesen lĂ€ngeren LĂ€ufen zugleich Podcasts zu hören, insbesondere diejenigen, deren Episoden lĂ€nger als eine Stunde sind. Dazu zĂ€hlen aktuell zum Beispiel der OMR Podcast, sowie ‘Fest und Flauschig’ und ‘Lanz und Precht’.

Podcasts mit den kĂŒrzeren Folgen, wie die von Mario Jung (OMT), Benjamin O’Daniel & Fabian Jaeckert (Content Performance Podcast) und Micky Beisenherz (ApoFiKa) gönne ich mir wĂ€hrend der Woche auf kĂŒrzeren Runden.

Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich erzÀhlen möchte:

Gestern ist nach einer knappen Stunde, also ungefÀhr bei der HÀlfte meiner geplanten Einheit, die Verbindung zu den AirPods in die Binsen gegangen. Alle Versuche, die Dinger wieder in Gang zu bekommen (trennen, neu koppeln, iPhone neu starten) blieben erfolglos.

Und nein: es lag nicht an leeren Akkus. Die AirPods waren noch ĂŒber 70% geladen. 😜

Ich verstaute die Dinger zĂ€hneknirschend in meiner Tasche und lief weiter, jetzt also ohne zu erfahren, welches Thema Lanz und Precht besprechen. Ärgerlich! 😞

Jedenfalls im ersten Moment. Denn schon nach wenigen Minuten, also nur ein paar hundert Meter weiter, hörte ich auf, ĂŒber die mögliche Fehlerursache nachzudenken: ich Ă€rgerte mich einfach nicht lĂ€nger darĂŒber, dass die Technik versagt hatte.

Stattdessen richtete sich meine Aufmerksamkeit jetzt auf mich selbst: ohne die akkustische Ablenkung konnte ich jetzt mein Atmen hören. Das versetzte mich gedanklich zurĂŒck ins Jahr 2006 und in die Laufschule, die ich damals besucht habe, um “richtig Laufen” zu lernen.

Augenblicklich und fast automatisch nahm ich das Kinn nach oben und richtete den Oberkörper auf. Ich begann darauf zu achten, dass sich meine Arme parallel zum Körper bewegen, die Daumen nach außen zeigen und die Ellbogen hinter den Körper schwingen… 🤩

Nochmal einige Minuten spĂ€ter und vielleicht einen Kilometer weiter flogen die Gedanken weiter: ich fing an, mir Lösungen fĂŒr ein Problem zu ĂŒberlegen, dass ich im Job habe. Wieder zwei Kilometer weiter und ich war mit der Planung verschiedener Familienbesuche anlĂ€sslich der bevorstehenden Ostertage beschĂ€ftigt.

Das ging so weiter bis ich nach knapp zwei Stunden meine Polar vor der HaustĂŒr stoppte.

Der spĂ€tere Blick auf die Statistik dieser Laufeinheit zeigte, dass ich fast eine Minute pro Kilomenter schneller geworden bin, nachdem die Ohrhörer in der Tasche gelandet waren! 😀

Wegen des tollen GefĂŒhls und wegen der gedanklichen Inspirationen habe ich beschlossen, dass ich wieder hĂ€ufiger ohne Beschallung laufen werde. Eben einfach nur laufen, sonst nix.

LÀufst Du mit Musik? Oder lÀsst Du Dich nicht ablenken?

ErzĂ€hl doch mal… 😊

26 comments

  • Guten Nachmitag,

    Vielen Dank fĂŒr die vielen EindrĂŒcke vom Laufen! Ich persönlich höre gerne Musik beim Laufen. Meist suche ich sehr schnelle Musik, sodass ich beim Laufen im Rhythmus der Lieder laufen kann.

    Kannst du eventuell gute Kopfhörer zum Laufen empfehlen?

    Ich freue mich auf weitere Laufberichte von dir. Vielen Dank im vorraus fĂŒr deine Antwort

    Beste GrĂŒĂŸe
    Graffitiartist

    • Vielen lieben Dank fĂŒr den Besuch und fĂŒr deinen Kommentar, Christoph!

      Ich verwende beim Laufen gern meine Apple EarPods, weil ich die an meine Umgebung anpassen kann: wenn ich auf einer Strecke unterwegs bin, die sehr nah neben einer Autobahn verlĂ€uft, schalte ich die aktive RauschunterdrĂŒckung ein, um den LĂ€rm der Straße auszublenden. Biege ich dann ab in die Feldwege, nutze ich den Transparenzmodus.

  • PS: Du hörst dir das Gequatsche von Lanz und Precht an? Jesses! Ich habe mir eine Folge angehört (nicht beim Joggen), dann habe ich darauf “verzichtet”. Zwei Selbstdarsteller labern sich einen runter 
 das braucht doch kein Mensch (außer den Herren Precht und Lanz).

    • Ich höre mir die Beiden gerne an, um meinen begrenzten Horizont zu erweitern. Ich höre fast in jeder Folge interessante Ansichten zu aktuellen Themen, die mir dabei helfen, den Blick aus anderen Perspektiven darauf zu richten und neue Gedanken dazu zu entwickeln.

      Ob die Zwei sich dabei selbst darstellen? Das bemerke ich nicht, weil ich mich auf die Inhalte fokussiere. Aber hey: die GeschmÀcker sind verschieden. Und das ist ja auch gut so.

  • Ich laufe seit Jahren nur mit Vogelstimmen im Ohr (FrĂŒhling). Und dem Blick auf die Landschaft, die sich immer wieder so erstaunlich verĂ€ndert – im Laufe des Jahres.
    Eine zeitlang habe ich Chillout gehört – aber das dann gelassen. Einfach so – ohne wichtigen Grund.

    • WĂ€hrend ich deinen Kommentar lese, sitze ich bei offenem Fenster in Home-Office unterm Dach, wĂ€hrend die Sonne hereinscheint – und die Vögel fröhlich zwitschern. Es ist Ostermontag und daher ansonsten sehr still da draußen. Herrlich! Ich werde den Computer schlĂ€unigst ausschalten, in die Laufschuhe schlĂŒpfen und eine Runde in der Natur genießen…

      Viele GrĂŒĂŸe, und vielen Dank fĂŒr Deinen Kommentar, Renate!

  • Hallo Eddy,

    fĂŒr mich kommen weder Rocksongs noch Politpodcasts mit auf die Joggingrunde. Mich stört die GerĂ€uschkulisse im Ohr unabhĂ€ngig, um was es sich handelt. Wie du es ja selbst erlebt hast, komme auch ich beim Laufen zu mir selbst. Dann schalte ich völlig ab und im besten Fall kommt ein tolles Runners High, wo ich kilometerweit einfach nur jogge ohne jeden Impuls von außen. Das ist sehr meditativ und ja, natĂŒrlich achte ich tortzdem noch auf meine Mitmenschen, die lieben Radfahrer oder die Kreuzung am Waldrand. Was ich sagen will, beim Laufen möchte ich mich auf mich selbst konzentrieren und nicht auf Musik oder Sprache im Ohr. Aber jeder Jeck ist anders… 😉

    Liebe GrĂŒĂŸe
    Anja

    • Ich stimme Dir abolut zu, liebe Anja: jeder Jeck ist anders. Und ich denke, die Abwechslung macht’s. Also nicht grundsĂ€tzlich mit oder ohne Beschallung im Ohr laufen, sondern je nach Stimmung und Strecke.

      Schöne GrĂŒĂŸe nach Pullach. Und gib’s zu: Du bist keine gebĂŒrtige Oberbayerin, so wie Du das Kölsch-Wörterbuch beherrschst. Stimmt’s oder hab ich recht?

    • Die drei Fragezeichen? Echt? Okay, dabei wĂŒrde ich wahrscheinlich auch einschlafen. KĂ€me auf einen Versuch an…

      Danke fĂŒr den Besuch und Deinen Kommentar, Sönke!

  • Schöner Beitrag, Eddy! Ich jogge seit 2005 – noch nie mit Ohrstöpseln o.Ă€. Ich möchte Natur sehen und hören und mir MEINE Gedanken machen. Ich kann somit Dein Erlebnis voll nachempfinden. Aber noch wichtiger als die Frage „mit oder ohne“ ist die Tatsache, dass wir ‍♂ ‍♂‍♂ 2028 hoffentlich in New York – Du als mein Vorbild hast es ja schon erledigt.

    • Hach, jetzt hast Du wunderschöne Erinnerungen geweckt, Dirk…

      In New York wĂŒrde ich jeden LĂ€ufer bestrafen, der mit Ohrstöpseln durch die Stadt lĂ€uft. Die Kulisse dort ist unvergleichbar, und dazu zĂ€hlen auch die akkustischen EindrĂŒcke links und rechts am Straßenrand. Ich glaube, ich sollte das auch noch mal erleben… (schwĂ€rm).

  • Wenn ich in der Gruppe laufe, immer oben ohne! Ich will mich ja unterhalten.
    Wenn ich alleine unterwegs bin, dann unbedingt mit. Ohne lĂ€uft … ÀÀÀÀhhh geht es als hĂ€tte man mir den Stecker gezogen.
    Das Problem ohne ist bei mir tatsĂ€chlich umgekehrt. Ich denke zu viel nach, Ă€rgere mich ĂŒber bestimmte Situationen die ich mit Musik quasi “weggeschaltet” hĂ€tte und höre mein eigenes, furchtbares Geschnaufe.

    • Dass Du schon immer ein wenig anders unterwegs bist, als andere, kann ich nicht nur bezeugen – sondern auch mit Fotos beweisen. Aber die bleiben natĂŒrlich unter Verschluss, lieber “Horst”…

      Vielen Dank fĂŒr Deinen Besuch und natĂŒrlich auch fĂŒr Dein Statement!

  • Sei froh, dass die Dinger ausgefallen sind. Es ist doch viel entspannter, wenn man beim Laufen total abschalten kann. Ich liebe das GefĂŒhl, wenn man nach ein paar Minuten in den Zustand kommt, wo man ewig weiterlaufen kann.

    • Ah, Du lĂ€ufst also auch, Alex? Klar, sonst wĂŒrdest Du das “sagenumwobene” runners-high nicht beschreiben können. Ein wirklich tolles GefĂŒhl, das sich da einstellt, wenn man lĂ€nger unterwegs ist.

      Dankeschön fĂŒr Deinen Besuch und den Kommentar!

  • Hey Eddy,
    niemals mit Kopfhörer/Stöpsel/Musik/Podcast/…
    Ich möchte die Umgebung hören, mich aufs Laufen konzentrieren, möglichst wenig Krempel mitnehmen. Die zwei bisherigen Versuche (ist ewig her) mit Musik zu laufen waren schon doof, wegen erstmal suchen was ich hören möchte, dann immer das falsche ausgewĂ€hlt, dann möchte ich im Takt mitlaufen (was nie passte) und schließlich ausschalten und einpacken des mp3-Players und Ă€rgern dass ich unnötigen “Ballast” herumtrage. Also was solls, ich brauch das nicht und du scheinbar auch nicht, wie sich ja in der zweiten HĂ€lfte des Beitrags bestĂ€tigt 🙂

    • Aaaah ja, ich erinnere mich noch gut daran, dass ich eine zeitlang das Schritt-Tempo an den Beat der gerade laufenden Musik angepasst habe – teils gewollt, teils ungewollt. Das ist schon lange her – und geht natĂŒrlich ĂŒberhaupt nicht. Vor allem dann nicht, wenn die Playlist Songs in sehr unterschiedlichen Tempi beinhaltet.

      Ich meine mich auch zu erinnern, dass es extra fĂŒrs Laufen MusikstĂŒcke gab, die eine Stunde oder noch lĂ€nger sind und den immer gleichen Takt haben… Aber ich bin bei Dir: ohne akkustische Ablenkung lĂ€uft es sich wirklich am besten.

      Danke fĂŒr Deinen Besuch und viele GrĂŒĂŸe nach DĂŒsseldorf!

  • Hi Eddy,

    bei mir ist es umgekehrt wie bei dir. Ich bin jahrelang ohne Kopfhörer gelaufen. Seit einigen Wochen nehme ich sie aber beim langen Lauf mit um Laufpodcasts zu hören 🙂

    Die kĂŒrzeren LĂ€ufe mache ich aber nach wie vor ohne Kopfhörer. Mir kommen beim Laufen ohne Kopfhörer auch immer viele gute Ideen 🙂

  • Hi Eddy,

    ich laufe eigentlich immer ohne Musik oder Podcasts. Nur wenn ich auf sehr langen Runden befĂŒrchte, dass mir die Motivation stiften geht, nehme ich etwas Ablenkung mit, um bei Bedarf darauf zurĂŒckzugreifen. Interessanterweise tritt dann aber nie der Punkt ein, an dem ich wirklich Bedarf habe.

    Andererseits wĂŒnsche ich mir aber manchmal schon die Ablenkung fĂŒr den Kopf. Der beschĂ€ftigt sich oft zu sehr mit dem Fußaufsatz oder anderen Bewegungen, die man besser dem Körper ĂŒberlassen sollte. 😉

    Was ich gar nicht haben kann, ist mich durch Kopfhörer komplett nach außen abzuschirmen beim Laufen. Ich will schon vor allem mitbekommen, was da so vor sich geht, und nur nebenbei etwas anderes hören.

    Liebe GrĂŒĂŸe,

    Thomas

    • Auch wenn ich beim Laufen Musik oder einen Podcast höre, kann ich gleichzeitig hören, was um mich herum passiert, vor allem GerĂ€usche, die sich von hinten nĂ€hern, will ich mitbekommen. Die Einstellungen der Apple-Dinger machen das ja möglich. Eine komplette Abschirmung fĂ€nde ich furchtbar, da sind wir komplett einer Meinung.

      Vielen lieben Dank fĂŒr Dein Feedback, Thomas!

Mehr Blogposts ĂŒbers Laufen entdecken:

Videos vom Laufen – laufend gefilmt


Da wo ich laufe, ist auch meine GoPro mit am Start: Ich versuche, die unvergleichlich tolle Stimmung beim Laufen einzufangen. Die Videos gibt es hier und bei Youtube.

1Apreis.de

Hier habe ich eine Seite versteckt, die an mein erstes Startup 1Apreis.de erinnert.

1Apreis.de

Hier habe ich eine Seite versteckt, die an mein erstes Startup 1Apreis.de erinnert.