Das Laufmännchen beim Training

Meine Lieblingsbeschäftigung nach dem Laufen ist das Eintragen der Daten in mein Trainings-Logbuch. Oder vielmehr in die Logbücher. Ich nutze nämlich seit einigen Jahren den Service von Jogmap und außerdem auch das Portal von 1-2-Sports. Warum ich zwei Plattformen nutze, und warum ich die Daten ja eigentlich auch bei Achim Achilles, Runnersworld und Co. hochladen könnte, soll hier jetzt nicht das Thema sein. Vielleicht ein anderes mal.

Lauftraining online protokollieren

Nachdem ich letztens also wieder einmal einen Lauf eingetragen habe, warf ich natürlich auch einen Blick auf die neuesten Läufe meiner „Buddies“. Einige Freunde aus der nahen und fernen Umgebung protokollieren nämlich ebenfalls das eigene Training online. Und da wir vernetzt sind, können wir uns gegenseitig im Auge behalten. Auch mein Bruder ist dort mein Buddy.

Mein Bruder-Buddy läuft im Schnitt so 10 bis 15 km „locker weg“. So wie ich selbst auch. Mit einiger Verwunderung sah ich nun aber, dass er die Länge seiner Läufe plötzlich auf über 20 Kilometer geschraubt hat: Da war erst ein Lauf über 23 km eingetragen, eine Woche später gefolgt von einer Runde sogar über 27 km. Was war denn da los? Ich rief ihn an…

Test-Training für den Rhein-Ruhr-Marathon 2010

Am Telefon erfuhr ich, dass mein Bruder die langen Läufe als Tests nutzt: er wolle prüfen, ob er beim kommenden Rhein-Ruhr-Marathon an den Start gehen kann. Die 27ste Ausgabe davon findet am 30. Mai in Duisburg statt. Und wo wir schon davon sprachen wollte er wissen, ob ich nicht auch mal wieder einen Marathon laufen möchte…

Mein letzter Marathon liegt zwei Jahre zurück. Seitdem habe ich erheblich an Kondition verloren und an Gewicht zugelegt (auch das ist ein Thema für einen eigenen Beitrag *g*). Es wäre viellicht wirklich nicht schlecht, mal wieder so ein Ziel anzupeilen. Damit steigt die Motivation zur Leistungssteigerung doch ganz erheblich. Ich sagte aber nicht gleich zu, sondern wollte es mir überlegen. Und beschloss gleichzeitig, am Wochenende mal wieder 30 Kilometer zu laufen, statt „nur“ 15.

Petrus wollte mich wohl unterstützen und präsentierte Bremen und das Umland letzten Sonntag darum im herrlichsten Frühlings-Ambiente. Endlich mal wieder Laufen in T-Shirt und kurzer Hose – herrlich. Also Start frei für den Marathon-Test mit Sonnenschein und guter Laune.

Marathon-Training beginnt bei Kilometer 21

Die ersten 10 Kilometer flogen an mir vorbei (natürlich nur gefühlt: ich hatte eine 6er Pace, aber alles war soooo schön *g*) und ich fühlte mich stark. Das änderte sich eine Stunde und 10 Kilometer später jedoch grundlegend. Ein kleines Männchen muss nämlich nach 21 Kilometern in meinem Kopf einen Hebel umgelegt haben. Von nun an wurde alles anders.Laufmännchen Eddy ist fertig

Ich ertappte mich jetzt dabei, dass ich immer häufiger auf meinen Forerunner schielte, um zu sehen, ob ich schon wieder einen Kilometer geschafft habe. Dabei waren es meist erst 500 Meter. Meine Beine wurden irgendwie immer schwerer und auch im Brustkorb spürte ich einen leichten Druck. Meine anfängliche Motivation wurde allmählich ersetzt durch die Erkenntnis, dass ich heute keine 30 Kilometer schaffen würde. Was für eine Niederlage. Jedenfalls zu diesem Zeitpunkt und für mich.

Um das Drama kurz zu machen: ich habe Sonntag mit letzter Kraft 28 Kilometer geschafft und dafür 2:54 Stunden gebraucht. Mein Bruder hat das sicher schon gesehen, denn natürlich sind die Daten online. Und mein Schatz könnte nun berichten, wie ich mich danach gefühlt habe. Aber das muss nicht online sein… *g* Jedenfalls fehlten für die komplette Distanz noch schlappe 14 Kilometer. Wenn die Kondition dann schon an diesem Punkt nicht ausreicht – eine Welt!

Entschluss nach dem Training: ich schaffe den Marathon nicht!

Das hab ich meinem Bruder aber noch nicht gesagt und wahrscheinlich liest er es hier nun ziemlich erstaunt. Bevor ich jetzt aber angerufen werde: mein Entschluss steht noch nicht fest! Ich werde am Wochenende einen weiteren Versuch starten. Diesmal mit einer langsameren Pace. Und mit zwei anderen Voraussetzungen im Kopf:

Erstens weiß ich, dass für mich die Strapazen erst nach 21 Kilometer richtig beginnen. Darauf stelle ich mich nun ein. Und zweitens habe ich mir aus dem Kopf geschlagen, dieses Jahr einen Marathon in 4 Stunden zu schaffen. Auch das sollte helfen, denn ich hatte mir selbst dieses Ziel gesetzt und damit unnötig Druck aufgebaut.

Der nächste Lauf wird also langsamer und hoffentlich länger. Und mal sehen, wie ich mich danach fühle. Die Statistik dazu gibt es natürlich online.

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