Täglichlaufen: Erkenntnis durch Selbstversuch

Zehn Jahre täglich laufen. An 3.650 Tagen die Laufschuhe schnüren und Kilometer fressen. Ohne Unterlass. Genau das hat Marcus vollbracht. Ich hatte davon berichtet. Und ich hatte mich davon infizieren lassen…

Eigentlich wollte ich aber gar nicht bewusst täglich laufen.

Es ergab sich einfach, weil die äußeren Umstände passten: in den ersten Tagen war es der Sonnenaufgang schon vor 6:30 Uhr. Ich bin ein Frühaufsteher und Morgenmensch: Laufen in den Sonnenaufgang hinein ist darum für mich etwas sehr schönes.

Durch den Start der Sommerzeit war nach einer Woche mit diesen Läufen erst einmal Schluss. Aber dafür konnte ich nun endlich wieder nach Feierabend eine Runde drehen, während die Sonne noch hoch am Himmel steht. Ja, ich hab’s mit der Sonne…

Gleichzeitig machte ich mir in der zweiten Woche darüber Gedanken, dass ich nun ja schon fast 10 Tage täglich gelaufen bin. Und dass ich doch eigentlich damit weiter machen könnte. Es machte wirklich Spaß! – Aber gleichzeitig begann ich, mich selbst unter Druck zu setzen: Du musst diese 10 Tage schaffen. Oder 14. Vielleicht packst Du auch einen ganzen Monat…

Diesem Druck hätte ich wohl nachgegeben. Aber mein Körper hielt dagegen: am 9. Tag bekam ich Schmerzen im Fuß. Ich denke, ein Zeichen von Überlastung. Der Schmerz war auch am 10. Tag schon nach wenigen Kilometern wieder da. Nun habe ich bei Quarks & Co gelernt, dass Extremläufer Muskel- und Sehnenschmerzen und sogar Entzündungen (!) überlaufen können. Aber zu dieser Kategorie von Läufern zähle ich mich in diesem Leben nicht.

Darum habe ich nach 10 Tagen meinen Selbstversuch abgebrochen.

Ich habe mir also einen Ruhetag gegönnt. Damit der Körper sich erholt. Und damit ich mich nicht länger unter Druck setzen kann: mein Streak ist beendet. Und mein Rekord sind 10 Tage. Reset!

Der Ruhetag war gestern.

Heute morgen kribbelt es aber schon wieder: der Wetterbericht verspricht Sonne und über 20 Grad. Zum ersten mal dieses Jahr.

Es ist Samstag. Da könnte ich mal wieder den Trink-Rucksack hervor kramen, zu einem gemütlichen LongJog aufbrechen und dabei auch noch ein wenig braun werden.

Ja, ich hab’s mit der Sonne… 8-)






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16 comments

  • Den Selbstversuch habe ich auch einmal gestartet und hatte als Vorgabe nur, jeden Tag mindestens 2km zu laufen. Also bin ich an drei Tagen die Woche auch nur diese eigentlich pupsigen 2km gelaufen und an den restlichen Tagen mein normales Pensum. Das zieht ordentlich rein und nach wenigen Tagen zog und zwackte und ächzte es überall. Ein Kollege von mir ist annähernd ein jahr täglich gelaufen. Nach etwa drei Monaten hatte sich sein Körper daran gewöhnt. Drauf anlegen wollte ich es dennoch nicht. Also hast Du in meinen Augen alles richtig gemacht. Viel Spaß in der Sonne. :-)

  • Hey Eddy,

    ich sehe das genau so wie all die Anderen hier, bleib locker setzte dich nicht unter Druck und du wirst sehen, es entwickelt sich dann ganz von alleine.

    Auch ich hatte eine Serie, ich glaube exakt 140 Läufe nonstop, und dann kam der Leistenbruch. Da ich aber nie vor hatte Täglichläufer zu werden, es sich also einfach so ergeben hat, ist mir der „Abschied“ nicht allzu schwer gefallen.

    Wer weiß, vielleicht wird es ja irgendwann mal wieder…

    Deine Pause war absolut richtig, und wie gesagt, vielleicht entwickelt sich da noch was!

    Also, immer locker bleiben und die Signale des Körpers vor allem nicht vergessen.

    Herzliche Grüße,
    Steffen

  • Hallo Eddy,
    wenn sich im Kopf das „ich will laufen“ durch „ich muß laufen“ ersetzt ist das fatal. Das schlimmste wäre es die Lust am Laufen gänzlich zu verlieren, da kann man lieber tiefer stapeln. Bei mir ist das regelmäßig so, wenn es um das Thema Tempo geht. Also den eigenen Druck (weil ein anderer macht einen in Bezug auf das Laufen keiner) rausnehmen und das Laufen geniessen.

    Einwenig Ehrgeiz kann ja nicht schaden, aber alles in Maßen.

    Grüße in die Nachbarschaft

    Volker

  • Ich könnte es mir gar nicht erlauben täglich zu Laufen weil mir manchmal auch einfach die Zeit dafür fehlt und unsere Tochter ihren Papi um sich haben möchte! :-)
    Und Kompliment das du es geschafft hast auf deinen Körper zu hören wenn er dir Zeichen gibt das etwas nicht passt!
    Schönen Restsonntag noch
    Frank

  • Lieber Eddy,

    eigentlich ist ja schon alles gesagt: Ich denke auch, daß jeder seinen eigenen Weg finden muß. Wenn du immer auf deinen Körper hörst, wird er dir den richtigen Weg weisen.
    Ich wünsche dir einen tollen Sonntag mit einem schönen Lauf!

    Viele liebe Grüße
    Petra

  • Ich liebe das Laufen, aber wenn ich täglich laufen wollte, würde zwangsläufig Stress entstehen: Familie, Beruf und Hobbies brauchen auch ihre Zeit… Trotzdem toll, dass du es versucht hast, und noch besser, dass du am Ende auf deinen Körper gehört hast!

  • 10 Tage scheinen so etwas wie eine magische Grenze zu sein. Ich habe schon einige Berichte gelesen – und mir ging es genauso – bei denen es nach dieser Periode zu Ende ging. Bei mir war es auch eine Mischung aus einem allgemeinen Schlechtfühlen und dem „warumüberhaupt“. Doch manchmal frage ich mich schon, was danach wohl noch gekommen wäre.

  • Hallo Eddy,

    unabhängig vom Ergebnis war Dein Selbstversuch doch sicher sehr interessant. Und schön, daß Du auf Deinen Körper gehört hast und nicht auf Biegen und Brechen weiterhin täglich gelaufen bist.

    Man muß seinen Körper sehr gut kennen, um gesundheitliche Widrigkeiten zu beherrschen oder eben nicht. Auch Druck – in welcher Form auch immer – ist kontraproduktiv. Aus einem Zwang heraus oder auf Druck basierend, ist das vorzeitige Ende schnell eingeläutet. Aber das verstehen wohl nur Täglichläufer. ;)

    Wie schon einmal geschrieben, ich würde Täglichlaufen nie empfehlen. Aber es ist mein Weg, den ich mit Hingabe lebe und liebe.

    Ich wünsche Dir gute Besserung, freue Dich über Deine neue Erfahrung und genieße den sonnigen Frühling. Es ist wahrlich ein Traum, die Sonne zu genießen.

    Weiterhin alles Gute,

    Marcus

  • Ich glaube, es ist ganz gut solches einmal zu probieren. Einerseits, um die enorme Leistung von Markus einmal kennenzulernen, aber auch um seinen eigenen Weg zu finden. Und das zählt!
    Ich selbst machte das Experiment im November des Vorjahres. Nach acht Tagen wusste ich, das ist nicht meins!

  • Marcus hat dies ja auch schon mehrfach betont. Mann kann das Täglichlaufen eigentlich nicht einfach so erzwingen. Es muss sich zwangsläufig ergeben. Mein längster Streak dauerte genau 59 Tage. Danach konnte ich mich damit nicht mehr identifizieren und empfand es als Stress. Und Stress und Laufen passt bei mir nicht zusammen.
    Bei Marcus ist dies ein bisschen was anderes. Er lebt das Laufen. Und zwar in seiner ganz speziellen Form.
    Ich wünsche Dir in erster Linie den Spaß am Laufen!

  • Hallo, Eddy, jeder muss seinen eigenen Weg finden, laufen, wie es ihm am besten bekommt, und irgendwann pendelt es sich auch ein, das habe ich auch an mir erfahren können/dürfen.

    Hab‘ Freude am Laufen – nur das zählt !

    Besonders jetzt, wo es wärmer wird !! ;)

  • Hallo Dietmar, Du hast recht: Marcus ist nicht zu kopieren. Aber das ist Gott sei Dank niemand von uns :-) Wichtig für mich ist die Erkenntnis, dass Täglichlaufen bei mir nicht funktioniert. Aber das ist okay, denn es war nie ein Ziel. Hauptsache, ich kann weiterlaufen…

    Ahso: In den 10 Tagen bin ich 112 km gelaufen.

    Viele Grüße
    Eddy

  • Hallo Eddy,

    seine laufende Freizeit verbringt jeder am besten so wie er es mag. Was Marcus betreibt setzt „Normalläufer“ in Erstaunen und er hat meinen allergrößten Respekt. Aber das lässt sich nicht kopieren. Mich hätte noch interessiert, wieviele Kilometer Du bei Deiner kleinen Serie gelaufen bist. Man muss beim Einstieg ins Täglichlaufen seine Erwartungshaltung erheblich drosseln, sonst läuft man sich sehr schnell kaputt.

    Weiterhin viel Spaß beim „normalen“ Laufen, möglichst mit viel Sonne. So mag ich es auch, solange es nicht zu warm wird. Ein schönes Wochenende noch.

    Liebe Grüße
    Dietmar

  • Ich verfolge das Projekt von Marcus auch schon einen ganze Weile. Für mich wäre das nichts.
    Laufen wann ich will ist Freiheit, täglich laufen ist Zwangsarbeit – aber jedem das Seine.
    Auch das ist Freiheit.

    Schönes WE Hans

  • Endlich Sonne und warm, das wird bestimmt super Laufwetter. Und der Tag Pause war sicher genau das richtige für einen LongJog! Ich wünsche Dir viel Spaß 8-)

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Da wo ich laufe, ist auch meine GoPro mit am Start: Ich versuche, die unvergleichlich tolle Stimmung beim Laufen einzufangen. Die Videos gibt es hier und bei Youtube.