In meinem ersten Beitrag dieses Jahres geht es ausnahmsweise nicht um meine beiden Hobbies. Da das heutige Thema aber ebenso zu mir gehört, wie Laufen und Bloggen, darf es hier ebenfalls einen Platz bekommen. Es geht um die Nasenspraysucht – ihr habt es in der Ăberschrift ja schon gelesen.
Wer mich kennt oder hier schon lĂ€nger mitliest, weiĂ, dass ich selbst mehrere Jahrzehnte lang Nasenspray sĂŒchtig war. Wann es angefangen hatte, weiĂ ich heute nicht mehr. Ich erinnere mich, dass ich irgendwann alle paar Stunden sprĂŒhen musste und Nasenspray in jeder Jacke und in jeder Tasche hatte. Im Schlafzimmer, in der Werkstatt (damals habe ich noch Uhren repariert) und im Auto hatte ich sogar immer zwei Flaschen: eine angebrochene und eine in Reserve. Und dann gab es natĂŒrlich auch noch einen Vorratsschrank mit Nasenspray. Ich war niemals ohne meine Droge. Und ich hĂ€tte das auch nicht ausgehalten…
Angst vorm Ersticken
Was sich AuĂenstehende nĂ€mlich nicht vorstellen können, ist, wie extrem sich die Sucht auf den Alltag und das Leben eines AbhĂ€ngigen auswirkt. Ich kann mir vorstellen, wie alle Betroffenen jetzt gerade zustimmend nicken â und die anderen verwundert die Augenbrauen nach oben gezogen haben. Wer es nicht selbst erlebt hat, glaubt es kaum: Ich hatte panische Angst vor dem Tod durch Ersticken. Ich konnte keine einzige Nacht durchschlafen, ohne zu sprĂŒhen. Kopfschmerzen waren ebenso alltĂ€glich, wie die Einnahme von Tabletten dagegen.
Krass, oder? Aber wirklich wahr und nicht ĂŒbertrieben. So lange man regelmĂ€Ăig und ausreichend sprĂŒht, ist alles in bester Ordnung (von den Kopfschmerzen jetzt mal abgesehen) und man ist nicht beeintrĂ€chtigt. Aber wehe, der Körper muss mal ein paar Stunden ohne den Wirkstoff ĂŒberstehen. Dann wird es genau so schlimm, wie oben beschrieben!
Fehlende AufklÀrung
Fakt ist, dass man viel schneller sĂŒchtig werden kann, als man denkt. Vor diesem Hintergrund finde ich es fatal, dass Nasenspray oft so leichtfertig verordnet oder empfohlen wird. Und ich finde es absolut unverantwortlich, wenn Fachleute nicht ausfĂŒhrlich und mit genĂŒgend Nachdruck auf die Gefahren hinweisen, die in jeder einzelnen Flasche lauern! Vielleicht sollte man die Packungen mit Horrorbildern versehen, so wie es mit Zigarettenschachteln gemacht wird, um fĂŒr mehr Aufmerksamkeit zu sorgen und um in das Bewusstsein der sonst viel zu wenig informierten Bevölkerung zu gelangen.
FĂŒr mehr Information und AufklĂ€rung will auch das Fernsehen sorgen. Damit komme ich zum Anlass fĂŒr diesen Blogpost. Ich möchte auf einen TV-Beitrag hinweisen, der die Nasenspraysucht thematisiert. Was inhaltlich genau geboten wird, weiĂ ich nicht. Aber da ich als (Ex-) Betroffener interviewt wurde, kenne ich den Sendetermin, den ich gern jedem ans Herz legen möchte:
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Marktcheck // SWR // Dienstag, 16.01.2018 // 20:15 Uhr
Update:
Inzwischen wurde der Beitrag gesendet.
Er kann in der Mediathek abgerufen werden.
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Ich finde es prima, dass die Nasenspraysucht auf diesem Weg eine breite Ăffentlichkeit erfĂ€hrt und ich wĂŒnsche mir, dass möglichst viele Menschen erreicht werden. Es ist wichtig, ĂŒber die Risiken und Gefahren genau Bescheid zu wissen, um nicht in die “Nasenspray-Falle” zu tappen: Gib den Sendetermin also bitte an so viele Menschen wie möglich weiter! Danke!
P.S.
Wer es nicht weiĂ: ich habe 2010 einen kalten Entzug gemacht und bin seitdem clean. Ich hatte hier im Blog darĂŒber geschrieben und in kĂŒrzester Zeit eine Menge Kommentare erhalten. Drei Jahre spĂ€ter habe ich dem Thema mit dem Nasenspraysucht-Forum einen eigenen Raum gegeben, wo sich heute jeden Tag mehr als 100 Menschen informieren und austauschen.
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Keine Werbung: đ Dieser Blogpost ist nicht im Rahmen einer Kooperation entstanden. Es gibt weder eine Einladung noch einen Auftrag. Ich habe fĂŒr das TV-Interview keine Gegenleistung erhalten und ich verdiene mit dem Betrieb des Nasenspraysucht-Forums kein Geld. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, ĂŒber die Nasenspraysucht aufzuklĂ€ren und ich will dazu beitragen, dass die Zahl der AbhĂ€ngigen kleiner wird.





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