Ich habe meinen ersten 60er „im Sack“ und bin stolz wie Bolle. Aber ich will hier nicht prahlen, sondern berichten, was diesen Lauf von einem normalen Training unterscheidet. Und das ging schon bei der Planung los:

Einen Tag zuvor entschied ich mich für einen langen Lauf im Bremer Bürgerpark. Es gibt dort eine 5-km-Runde, die ich so oft laufen würde, wie es mir gefällt und wie es meine Tagesform zulässt. 10 Runden sollten es werden, denn schließlich möchte ich demnächst meinen ersten Ultra-Marathon (den Rennsteiglauf) bestreiten. Vorteil des Bürgerpark-Rundkurses: ich kann jederzeit abbrechen und bin nach nur 2,5 km wieder zu Hause!

Damit bei diesem Training keine Langeweile aufkommt, habe ich am Vortag meinen Plan bei Facebook angekündigt und Freunde eingeladen, mich ein Stück zu begleiten.

Hier kommt Entscheidung Nr. 2 für den Rundkurs: jeder kann selbst entscheiden, wie oft er die 5 km mitlaufen möchte. Und jeder kann bestimmen, ob er/sie um 8 Uhr einsteigt, oder lieber erst um 12 Uhr startet…

Meinen eigenen Startschuss hatte ich für 8 Uhr geplant. Früh genug, denn gerade erst wurden die Uhren auf Sommerzeit vorgestellt. Der Tag begann mit Nebel und das Thermometer zeigte 3 Grad. Brrrr… Laut Wetterbericht sollte dieser Sonntag aber sonnig werden und Temperaturen über 15 Grad erreichen. – Was sollte ich also anziehen?!

Ich entschied mich für eine kurze Hose, ein Langarm-Shirt und eine Winter-Laufjacke. Und „für später“ würde mir Kathi eine dünne Weste in den Bürgerpark bringen. Denn Kathi wollte mich auch noch begleiten…

Los geht’s um 8 Uhr:

Die ersten drei Runden drehte in einer idyllischen Kulisse (Nebel, fast keine Menschen unterwegs) und einer traumhaften Ruhe. Handschuhe hätte ich brauchen können – meine Finger wurden eiskalt! Sonst aber alles gut.

Auf der vierten Runde hat mich dann Kai schon erwartet. Juhuu, ein Begleiter! Ich hab mich riesig gefreut! Zwei Runden sind wir zusammen gelaufen und haben die ganze Zeit gequatscht. Wir kannten uns bisher nur „virtuell“, aber durch das Lesen der jeweiligen Blogs und Facebook-Posts schien es, als hätten wir uns schon zig mal getroffen ;-)

Kai hatte sich gerade verabschiedet, da kam mir schon die nächste Lauf-Begleitung entgegen: Silvia, die sich leider erkältet hatte und nicht laufen durfte. Sie wollte es sich aber nicht nehmen lassen und kam daher auf dem Rad, um mich eine Runde lang zu motivieren. Und das hat prima geklappt! :-)

Am Anfang der 6. Runde wartete dann mein Schatz auf mich und klatschte Silvia quasi ab. Kathi wollte heute einen 20er laufen! Super für mich: weitere 4 Runden nicht alleine, die für mich hart werden könnten (Kilometer 30 bis 50). Aber mit Kathi an meiner Seite würde ich nicht aufgeben ;-) Und das musste ich auch nicht, denn es lief wirklich prima.

Zwischendurch besuchte uns Silvia noch einmal, diesmal mit dem Göttergatten Steffen und dem Sohnemann.

Endlich kam dann auch die Sonne durch und bei Kilometer 45 zog ich die Winterjacke aus und lief nur im Shirt weiter: herrlich!

Kurz nach 13 Uhr. 10 Runden / 50 Kilometer geschafft. Eine geht noch…

Ich verabschiedete mich von Kathi und lief alleine noch eine weitere Runde. Und während ich überlegte, ob ich es damit bewenden lassen sollte, sah ich von weitem den Chris Freude strahlend auf mich zu laufen. Super!

Natürlich liefen wir gemeinsam eine weitere Runde, die wir regelrecht verquatschten! ;)

Damit sollte dann aber Schluss sein. Schließlich hatte ich mein Ziel mehr als erreicht – und außerdem würde ich sonst zu spät zum Grillen bei Steffen und Silvia erscheinen… ;-)

Es war also ein rundum gelungenes Training und ein toller Tag! Das werde ich bestimmt mal wiederholen. Wollt Ihr noch wissen, wie lange ich unterwegs war? – Die Zeit ist mir eigentlich egal. Aber für die Statistik: 60 Kilometer in 6:26:10 h.

Ich will jetzt keine Gratulationen von Euch lesen: Das war nur ein Training und davon soll noch viel mehr kommen… Vielmehr möchte ich Euch mit diesem Beitrag eine Anregung dafür geben, wie man einen langen Lauf sehr abwechslungsreich und spannend gestalten kann. Egal, ob man dann 10 oder 100 Kilometer läuft.

Mit Begleitung ist der Spaßfaktor extrem hoch. Vor allem, wenn man vorher nicht weiß, wer so alles „vorbei läuft“ :-)

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