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TomTom Sportuhr

TomTom Sportuhr

TomTom – diese Marke verbinde ich seit etlichen Jahren mit sehr guten (Auto-) Navigationsgeräten. Als ich erfuhr, dass TomTom jetzt auch GPS Sportuhren vertreibt, habe ich mich sehr gefreut.  😀

Einer Einladung zur Pressekonferenz mit Vorführung der neuen Produkte bin ich sehr gerne gefolgt. Aber leider bin ich enttäuscht zurück gekommen…  😥

Bevor ich erkläre, warum TomTom als Laufuhr für mich (zumindest in der aktuellen Version) nicht in Frage kommt, möchte ich klarstellen, dass ich natürlich nicht repräsentativ bin: Sowohl auf der Pressekonferenz, als auch bei Recherchen im Web habe ich festgestellt, dass das für mich maßgebliche K.O.-Kriterium für die allermeisten Anwender völlig unerheblich ist.

Ausführungen und Preise

Die TomTom Sportuhr gibt es in den Ausführungen Runner und Multi-Sport. Beide Modelle stehen in verschiedenen Varianten bereit:

dunkelgrau
oder pink
Herzfrequenzmesser Herzfrequenzmesser
Kadenzmesser  Höhenmesser
Runner € 169,- € 219,- n/a
Multisport € 199,- € 249,- € 299,-

In meinem Bericht beziehe ich mich auf das Modell Runner in der Ausführung mit Herzfrequenzmesser, also die Version für € 219,-.

Der erste Eindruck

TomTom Runner

TomTom Runner

Die Uhr ist ein Hingucker! Im Gegensatz zu vielen anderen Laufcomputern kann sie ständig getragen werden. Sie ist flacher als andere Modelle und trägt sich sehr angenehm. Ich kann mir vorstellen, dass die TomTom SportWatch einen ähnlichen Stellenwert bekommt, wie z.B. eine Citizen Aqualand: Träger dieser Uhr erkennen sich sofort als Wassersportler 😉

Eine gute Idee: die Uhr kann aus dem Armband „heraus geklickt“ werden, so dass man ein anderes Band verwenden kann.  Ganz einfach. Aber leider zu einfach: Beim Strecken des Bandes fällt die Uhr fast von alleine heraus. Das ist mir beim Anlegen der Uhr inzwischen mehrfach passiert. Hier sollte TomTom nachbessern und die Uhr fester mit dem Band verbinden.

TomTom Bedienungsanleitung

TomTom Bedienungsanleitung

Die Bedienungsanleitung für die SportWatch ist die kürzeste, die ich bisher gesehen habe. In dem kleinen Booklet sind nur zwei Doppelseiten in deutscher Sprache enthalten.

Allerdings muss ich sagen: das reicht eigentlich auch. Es gibt nur einen Knopf (ich würde ihn eher als Joystick bezeichnen), über den alle Funktionen gesteuert werden. Wirklich schnell erklärt und ebenso schnell zu verstehen. Wer mehr Details benötigt, wird auf die Website verwiesen.

Erster Praxis-Test

Ich habe mit der TomTom SportWatch, dem Garmin Forerunner 305 sowie meinem iPhone4 und runtastic gleichzeitig einen Long-Jog aufgezeichnet. Hier das Ergebnis:

TomTom Runner Forerunner runtastic
Distanz 15,37 km 15,62 km 15,36 km
Pace 5:39 min/km 5:34 min/km 5:39 min/km
Höhenmeter n/a 37 Meter 46 Meter

 

Laufcomputer

Laufcomputer

Während das Ergebnis der SportWatch und von runtastic annähernd identisch ist, ist Garmin der Ansicht, die Strecke wäre 1/4-Kilometer länger gewesen, und hat damit auch eine bessere Pace ausgerechnet.

Höhenmeter kann die TomTom in der Version „Runner“ nicht messen – für mich hier im Flachland nebensächlich, aber für Nutzer in alpiner Umgebung vielleicht wichtig zu wissen.

Begeistert hat mich die SportWatch, noch bevor es los ging: Die Uhr speichert Satelliten-Konstellationen. Daher kann sie sich innerhalb von wenigen Sekunden kalibrieren! Während mein Forerunner minutenlang mit der Berechnung seiner Position beschäftigt war, gab die SportWatch schon nach weniger als 15 Sekunden das Signal für den möglichen Start!

Auch sehr gut: die Lesbarkeit der großen Ziffern! Ich brauche inzwischen eine Lesebrille, kann aber die Daten der TomTom problemlos auch ohne Sehhilfe erkennen. Auch beim Laufen!

 Auswertung der Trainingsdaten

MySports Dashboard

MySports Dashboard

TomTom hat das „MySports-Dashbord“ entwickelt. In dieses Online-Logbuch werden automatisch alle Trainingsdaten übertragen und gespeichert, sobald die Uhr mit dem Computer verbunden wird.

Das Portal befindet sich aktuell noch im BETA-Stadium und es bietet so gut wie keine Funktionen. Daher sehe ich von einer Bewertung ab.

Die TomTom erlaubt den Export in diverse Datenformate, so dass man bestehende Plattformen weiterhin nutzen kann.

TomTom ohne Navigation!

Die Überschrift könnte man auch mit einem Fragezeichen versehen. Ich verstehe es nicht. Da bringt TomTom, ein führender Hersteller von Navigationsgeräten, eine GPS Sportuhr auf den Markt – und zwar komplett ohne Navigations-Funktionen!

navigationEs ist also nicht möglich, eine Laufstrecke am Computer zu planen und sich dann von der SportWatch führen zu lassen. Ebenso nicht möglich: ein spontaner Lauf in fremder Umgebung – und mit Hilfe der Tomtom „zurück zum Start“.

Für mich ist diese Tatsache ebenso unverständlich wie bedauerlich. Denn erstens bin ich bekennender Orientierungs-Legastheniker, und zweitens laufe ich gern auf unbekannten Strecken, statt immer gleiche Runden zu drehen. Ich hab schon diverse Berichte zu diesem Thema veröffentlicht: Hier ist der Direkt-Link zu diesen Beiträgen.

Damit ist die SportWatch für mich kein Nachfolger des inzwischen aus der Produktion genommenen Garmin Forerunner 305. Ich hoffe, dass TomTom die Navigations-Funktionen innerhalb von zukünftigen Software-Updates noch nachlegt. Allerdings ist dies auf meine Nachfrage hin „derzeit nicht vorgesehen“. Sehr schade! Aber wie zu Beginn bereits erwähnt: vielleicht nur für mich wichtig – nicht aber für Euch  🙄


  • Schickes und besonders flaches Design
  • Ultra-schnelle Satelliten-Ortung
  • Sehr einfache Bedienung (1-Knopf)
  • Sehr gute Lesbarkeit
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

 

  • Uhr fällt leicht aus dem Armband heraus
  • Möglicherweise zufällige Bedienung unter einer Jacke?
  • Online-Portal zur Zeit noch ohne Funktionalität
  • Höhenmesser nur in MultiSport-Version
  • keine ANT+ Unterstützung

 

  • Keine Navigations-Funktionen

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