Zack! Peng! 2019! Neujahr. Das ist ein Tag, an dem ich – wie so viele andere – gerne mal einen Blick auf die Statistik der letzten 365 Tage schaue. Und wie andere Blogger fasse ich zusammen, was ich mir später vielleicht noch mal anschauen bzw. durchlesen möchte. Und Neujahr ist auch der Tag für diese „guten Vorsätze“.

Aber dazu gleich. Erst einmal halte ich fest: es ist schon wieder ein Jahr ohne Marathon an mir vorbei gezogen. Diesmal war es sogar ein Jahr ohne jegliche Teilnahme an irgendeinem offiziellen Lauf-Event. Eigentlich sollte wenigstens der Halbmarathon in Venlo gefinisht werden. Aber da konnte ich nicht starten – und so kam der erste DNS-Eintrag in meine Statistik. Immerhin. Mein einziges sportliches Highlight war 2018 somit das mittlerweile schon fast obligatorische Lauf-Blogger-Camp; jedesmal ein unvergesslich schönes Ereignis!

Mit Laufen war also nicht viel los. Umso mehr wundere ich mich ehrlich gesagt darüber, dass die Jahresbilanz einen Schnitt von immerhin 100 Kilomentern pro Monat zeigt. Ich hätte auf viel weniger gesetzt. Wie toll, dass so ein Laufcomputer alles haargenau aufzeichnet…

Die blau gestrichelte Linie verrät dem Insider, dass ich immer noch zur Fraktion der Besenwagen-Entkommer zähle. Aber das Tempo ist und bleibt für mich Nebensache und sei nur der Vollständigkeit halber kurz erwähnt. Was viel wichtiger ist:

Durch die fehlenden Lauf-Aktivitäten fehlen diesem Lauf-Blog auch die Inhalte.

Im letzten Jahr habe ich lediglich ganze 4 Beiträge veröffentlicht (plus einen zu einem TV-Interview über meine Nasenspraysucht – der zählt nicht für diese Statistik). Damit bin ich mir selbst treu geblieben: ich habe nichts geschrieben, wenn ich nichts interessantes zu schreiben hatte.

Das ist der Luxus eines Hobby-Bloggers: ob ich alle 3 Monate einen Beitrag schreibe, oder alle 3 Tage – das ist ganz genau so wichtig, wie das Verhalten von diesem Sack Reis in China: ob der jetzt umfällt oder nicht; das macht für mich absolut keinen Unterschied.

Okay, ich gebe zu: das war gelogen – jedenfalls teilweise. Es ist nur die halbe Wahrheit. Denn in Wirklichkeit macht es natürlich schon einen Unterschied. Je weniger ich schreibe, umso weniger Menschen lesen hier noch mit. Die Besucherzahlen haben in den letzten Jahren mehr als halbiert. Das ist für einen Hobby-Blog zwar auch nicht wirklich von Bedeutung. Was mir daran allerdings nicht gefällt: auch die Bindung der Leser schwindet, wenn man sich als Blogger rar macht.

In Summe führen weniger Leser und geringere Bindung dann dazu, dass die Zahl der Kommentare deutlich kleiner wird. Und das finde ich dann doch schade. Denn natürlich blogge ich nicht für mich allein. Es ist einfach großartig, wenn man durch Kommentare vermittelt bekommt, dass die Inhalte „angekommen sind“. Wenn man jemanden gut informiert, oder wenigstens ein paar Minuten lang unterhalten hat. Das fühlt sich dann an wie Applaus. Und ja: ich finde Applaus geil.

#Kommentare fühlen sich an wie #Applaus. – Und ich finde Applaus geil! Klick um zu Tweeten

Ob ich als Blogger Applaus bekomme, richtet sich also nach zwei Kriterien: Erstens muss der Inhalt gefallen. Jeder einzelne Blogpost sollte irgendeinen Mehrwert bieten. Und zweitens muss der Inhalt auch ein interessiertes Publikum erreichen. That’s it.

Kommentare bekommen: klingt einfach – isses aber nicht

Denn auch wenn man sich die größte Mühe gibt, um tollen Content zu produzieren, wird es immer schwieriger, ein Publikum zu erreichen – und dieses dann auch noch zu einer Emotion zu bewegen. Facebook und Instagram haben unseren Umgang mit den sozialen Medien verändert. Ein veröffentlichter Beitrag erhält nur noch ein paar Sekunden unserer Aufmerksamkeit. Und wenn er gefällt, klicken wir noch schnell auf den gleichnamigen Button. Zack. Weg. Nächster Beitrag. Gleiches Prozedere.

Das kann für Blogger ganz schön frustrierend sein. Ich lese immer häufiger, dass Blogger sich selbst bzw. den Blog infrage stellen. Das gilt besonders für diejenigen, die ihren Blog vom Hobby zum Beruf gemacht haben. Die können ein echtes, existentielles Problem bekommen, wenn die Besucherzahlen schwinden und das Engagement der Leser flöten geht. Lies zum Beispiel mal, was Maik schreibt, der seit 5 Jahren hauptberuflich bloggt. Maik ist der Macher von LangweileDich.net, das Dir bekannt sein dürfte.

Schluss mit dem Bloggen?

Ob ein Blogger den Blog schließt, muss natürlich letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Meine persönliche Meinung ist: so lange das Bloggen Spaß macht, besteht kein Grund, einen Blog zu schließen. Und so lange es ein Hobby ist, darf man auch ein paar Monate pausieren, bevor man den nächsten Beitrag schreibt.

Ist das Bloggen hingegen kein Hobby, sondern ein Job, dann hört der Spaß auf. In diesem Fall empfehle ich: setzt weiterhin auf Klasse statt Masse. Macht Euch unverwechselbar und bleibt bei Euren Themen. Ich hoffe, dass die Menschen weniger Zeit bei Instagram oder Facebook verbringen und wieder vermehrt in Blogs lesen. Mögen die Besucherzahlen wachsen und das Engagement Eurer Leser steigen. Und mögen Eure Kunden erkennen, dass es sinnvoller ist, mit Bloggern zu kooperieren, als Budgets auf den zuvor genannten Plattformen auszugeben.

Mein Fazit

Also, ich mache mit diesem Blog weiter, so lange ich Spaß am Laufen habe, und so lange es mir gefällt, darüber zu schreiben. Und ich höre erst auf, wenn hier niemand mehr mitliest. Mein „guter Vorsatz“ für dieses Jahr: wieder mehr laufen, wieder mehr bloggen.

Danke, dass Du mir die Zeit geschenkt hast, um diesen Beitrag zu lesen. Ich wünsche Dir ein gutes Jahr 2019!

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