Bremen hat keine Berge

Letztes Wochenende stand das zweite Treffen mit dem Tiger Balm Team auf meinem Kalender: Im Allgäu sollten wir beim Panorama Marathon an den Start gehen. Passend zu diesem Ereignis verkündete der Wetterbericht die Rückkehr des Sommers – mit Temperaturen über 30 Grad…

Von Bremen aus musste ich zwar 8 Stunden Fahrzeit in Kauf nehmen – einfache Strecke. Aber für dieses Event und für das Wiedersehen der Tigerbande lohnte sich der weiteste Weg. Die Zusammenfassung der beiden Tage gibt es weiter unten in Form eines 4-Minuten Videos.  Und als kurze Ergänzung dazu folgende Informationen zum Wettkampf:

Ich bin – im Gegensatz zu meinen Mit-Tigern Sven und Peter – im Allgäu nur den Halbmarathon gelaufen. Mein Trainer hatte für mich eine Zielzeit von 1:44:59 Stunden vorgesehen. Er muss seine Berechnung allerdings ohne Berücksichtigung des Höhenprofils angestellt haben. In Bremen gibt es nun mal keine Berge. Hier zählt die wiederholte Überquerung einer Autobahnbrücke schon als Höhentraining! Im Allgäu warteten aber 150 Höhenmeter – und die auch noch innerhalb von nur einem Kilometer der Strecke – seht selbst:

Da ich also bislang nur Bremens Autobahnbrücken kannte, war ich auf diesem kurzen Anstieg schon sehr schnell am Ende meiner Kräfte – und mein Puls oberhalb der Maximal-Frequenz! Der Berg hat mich hier besiegt:  Ich musste dieses Stück gehend bewältigen und brauchte dafür über 10 Minuten…

Während ich bei strahlendem Sonnenschein (Temperatur längst bei 25 Grad) bergauf wanderte und dabei gefühlt mehrere Liter Flüssigkeit verlor, freute ich mich schon auf den Abstieg, der unmittelbar folgen würde. Bei Kilometer 14 war es endlich so weit: meine Beine wurden schneller und mein Forerunner zeigte eine Pace unter 4:00 min/km – einfach geil. So würde ich die verlorene Zeit schnell wieder aufholen und meinen Trainer vielleicht doch noch stolz machen!

Dachte ich noch – und dann zwangen mich plötzlich stechende Schmerzen in den Beinen zum Stehenbleiben: Muskelkrämpfe im Oberschenkel und in den Waden. Muss von der ungewöhnlichen „Brems-Belastung“ gekommen sein. Jedenfalls hab ich das noch nie erlebt. Bremen hat eben keine Berge!

Spätestens jetzt hatte ich die geplante Zielzeit im Geiste komplett gestrichen. Stattdessen konzentrierte ich mich darauf, wenigstens unter 2 Stunden zu bleiben und das herrliche Allgäu-Panorama zu genießen, statt laufend auf die Anzeige meines Forerunners zu schielen.

Die letzten Kilometer (also die letzte halbe Stunde) verlief die Strecke angenehm bergab, während es mit den Temperaturen stetig bergauf ging. Das Ziel erreichte ich nach 1:55:03 – und rief ganz zufrieden meine Kathi an (die zur gleichen Zeit in Bremen einen 32km-Trainingslauf absolvieren musste). Von ihr erfuhr ich, dass unser Traniner unbedingt meine Zielzeit, die HF-max und die Einschätzung meiner Belastung auf einer Skala von 1 bis 20 wissen wollte. Für sein Trainings-Logbuch! So isser – und das gefällt mir sehr gut ;-)

Soweit mein Bericht. Und hier nun der kurze Film dazu – viel Spaß:







Teile diesen Beitrag: #sharingiscaring – Dankeschön! ❤️

8 comments

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  • Kann sehr gut verstehen das Bergab die Schenkel nicht so wollten wenn sie es nicht gewohnt sind. So ging es mir einen Tag nach der 10maligen Besteigung der Spitzhaustreppe in Radebeul. Der schlimmste Muskelkater meines Lebens…… :-)

  • Als gebürtiger Bremer und jetziger Berliner weiß ich genau, wovon du sprichst: man läuft ständig auf flachen Strecken und ist schon stolz, wenn man mal laufend einen Hügel erklommen hat. Die Bremserfahrung kenne ich auch, denn beim letztjährigen Rennsteiglauf (mein erster, und wie du habe ich mich erst an den Halbmarathon gewagt) fand ich das Bergablaufen für die Muskeln gefährlicher (die Waden!) als das Bergauflaufen…

  • Hallo, Eddy, ich finde das ganze Projekt toll, dass du nun mit diesem Team auch bravurös Bergläufe bestehst als Flachländer, tolle Stimmung, super Ereignisse, das dann in NY seinen Höhepunkt finden wird.

    Eine wirklich gute Idee !

    P.S. Gut gemacht bei dem Profil und diesen Temperaturen, prima !!

  • Ich möchte Dir ganz einfach zu Deiner großartigen Leistung gratulieren. Bei sommerlicher Hitze einen Lauf mit ungewohnten Höhenmetern erfolgreich zu schaffen, Respekt!

    Freundliche Grüße
    Bernd

  • Hallo Hannes, zur Klarstellung: Der Halbe war ein „Kindergeburtstag“ (aber ein anstrengender). Im Gegensatz dazu hat der Panorama-MARATHON ein Höhenprofil, das auch Profis wie Dich in die Knie zwingt. Schau mal: http://www.allgaeu-panorama-marathon.de/marathon/marathon—strecke-und-hoehenprofil/index.html

    Zum Beweis: Tiger Sven ist den Ganzen in 3:53:36 gelaufen und damit auf dem 8. Platz gelandet. Sven will dieses Jahr seine Marathon-Bestzeit von 2:40:00 unterbieten…

    Noch Fragen? :-)

  • Hm, den Panorama Marathon hätte ich mir anspruchsvoller vorgestellt. Natürlich, für ein Nordlicht wie dich ist das hart genug. Vom Pfälzerwald aus gesehen ist das aber lediglich ein mittelmäßiger Anstieg. Und für’s Allgäu zählt das doch bestimmt als Flachetappe …

    Nichtsdestotrotz, ich will ja nicht nur meckern: Glückwunsch, dass du als Nordlicht dich da hochgekämpft hast :)

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Da wo ich laufe, ist auch meine GoPro mit am Start: Ich versuche, die unvergleichlich tolle Stimmung beim Laufen einzufangen. Die Videos gibt es hier und bei Youtube.