Irgendwie ist bei mir der Wurm drin. Vor ziemlich genau einem Jahr musste ich beim Venloop in Holland im letzten Drittel mit einer Wadenzerrung aussteigen. Und dieses Jahr bin ich erst gar nicht hingefahren, weil die gleiche Wade mich diesmal schon zwei Wochen vor dem Start im Stich gelassen hat. Die Startnummer liegt schweren Herzens im Müll – und ich schaue mit Wehmut auf die Fotos, die viele Lauf-Freunde heute aus Venlo bei Facebook und Instagram posten.

Einmal möchte ich schon noch in Venlo starten – und natürlich auch finishen. Denn wie heißt es so schön: einmal ist keinmal. Und einmal war ich da schon im Ziel. Aber hey, Moment mal… Einmal ist keinmal – stimmt dieser Spruch denn überhaupt? Oder ist er genau so überflüssig, wie die gleichnamige Filmkomödie?

Darüber habe ich mir heute morgen Gedanken gemacht, während ich meiner Wade – gaaanz langsam und vorsichtig – wenigstens ein paar Kilometer Bewegung verordnet habe.

Einmal ist keinmal – beim Laufen

Als ich 2006 mit dem Laufen angefangen habe, war mein definiertes Ziel, einmal im Leben einen Marathon zu schaffen. Dieses Ziel habe ich neun Monate später erreicht. Als die Schmerzen vergangen waren, wurde das nächste Ziel gesteckt: einmal einen Marathon unter 4 Stunden finishen. Zwei Jahre später zeigte die Uhr beim Karstadt-Marathon in Oberhausen 3:42:29. Das nächste Ziel, einmal in New York laufen, ist mittlerweile auch abgehakt. Einmal einen 6-Stunden-Lauf mitmachen: habe ich erlebt. Einen Ultra-Marathon laufen: beim Rennsteiglauf geschehen.

Obwohl ich all diese Dinge nur ein einziges mal gemacht habe, würde ich niemals sagen „einmal ist keinmal“. Ganz im Gegenteil: jedes einzelne dieser Events war eine unvergessliche Erfahrung, die mein Leben bereichert hat. Und darum bin ich froh und dankbar, dass ich jede dieser Erfahrungen einmal machen durfte.

Es gibt übrigens noch viel mehr Events, die ich genau einmal erleben will. Zu nennen wären zum Beispiel der Marathon in Honolulu und ein 24-Stunden-Lauf. – Also weissebescheid, Wade!!  :-P

Einmal ist keinmal – beim Bloggen

Ich blogge, seidem ich laufe, denn ich blogge übers Laufen. Äh, ja. Besonders oft habe ich noch nie gebloggt – und besonders regelmäßig auch nicht. Das macht ja auch nichts, denn beides ist ja angeblich in erster Linie dann wichtig, wenn man mit dem Bloggen Geld verdienen will. Das will ich nicht. Ich finde, zum Geld verdienen gibt es viel effizientere Möglichkeiten, als das Bloggen.

Ich blogge also nur dann, wenn ich auch etwas mitzuteilen habe – und nicht, weil wieder eine Woche vorbei ist, oder weil ein Redaktionsplan das verlangt. Qualität vor Quantität. Wobei ein Urteil über die Qualität dieses Blogs sicherlich im Auge des Betrachters liegt, und somit von Betrachter zu Betrachter unterschiedlich ausfällt. Aber ich schweife ab…

Seitdem bei mir nun wie gesagt der Wurm drin ist, gibt es leider auch immer weniger interessante Ereignisse, über die es sich zu Bloggen lohnt. Im kompletten letzten Jahr bin ich nur auf sage und schreibe 4 (in Worten: vier) Blogposts gekommen. Da könnte man jetzt sagen: dann lass es doch ganz bleiben. Will ich aber nicht! Dazu macht es mir viel zu viel Spaß. Immer noch. Stattdessen halte ich es, wie bisher: wenn ich nichts zu berichten habe, halte ich die Klappe. Und wenn ich nur einen Post im Quartal schreibe, dann ist mir in dieser Hinsicht einmal lieber als keinmal.

Und außerdem finde ich es prima, dass trotz der wenigen Posts hier täglich Leser minutenlang verweilen und mir hin und wieder einen netten Kommentar hinterlassen. Jeder einzelne Kommentar ist es schon wert, nicht mit dem Bloggen aufzuhören. Noch schöner sind nur die vielen Begegnungen im echten Leben, die ich durch diesen Blog erleben durfte. Und davon will ich in Zukunft auch noch mehr haben!


Mein Fazit lautet somit: einmal ist keinmal ist völliger Blödsinn. Richtig heißen sollte es:

Einmal ist besser als keinmal!

Vielen Dank fürs Lesen und bis … tja, mal sehen.  ;-)

TV-Tipp: Marktcheck Nasenspraysucht

26 Kommentare

Mach mit und hinterlasse einen Kommentar

Feedback